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Das Zuhause eines Orientteppichreisenden

Es war ein mutiger Entscheid, sämtliche Böden, die zwei Cheminees, Küche und Bad mit weissen Keramikplatten auszulegen: ein starker Kontrast zu Holzdecke, den Sichtbalken und den alten Türen des Bauernhauses. Doch erst dadurch konnte der Bewohner seine textilen Vorlieben nach Herzenslust ausbreiten, ohne dass der Raum in Warmtönen erstickt.

An der Wand links die Bahn eines Malataya Kelims {Ostanatolien}, rechts und am Boden Gabbeh Art Teppiche {Iran}. Sitz: Bachtiar Doppeltasche {Iran}.

Der kleine Läufer im Durchgang zwischen Küche und Kinderzimmer ist ein Konya Yastik, d.h. ursprünglich ein Kissen. Im Raum dahinter: ein alter Gabbeh mit Salz- und Pfeffermuster, auf dem Beff ein Verneh {Azerbeidjan}.

Mit den Knüpfteppichen, den Kelims und den kleinen textilen Gegenständen sind in diesem Berner Bauernhaus auch ein paar orientalische Lebensweisen eingekehrt. Diskutiert und geschlafen wird z.B. in Bodennähe: Teppiche und zahlreiche Kissen, die man zum Teil aus Fragmenten zusammengenäht hat, oder ausgepolsterte Doppeltaschen laden dazu ein. Truhen und alte Seekoffer ersetzen Schränke und Kommoden, das Bettzeug wird wie bei den Nomaden in einem Ala Tschowal verstaut. Auf diese Weise wirken die niederen, kleinen Räume nie beengt. Gekocht wird gerne und häufig im Küchenkamin über dem · offenen Feuer.

Möbel unterschiedlichen Stils miteinander zu kombinieren stellt sich meist problematisch dar, denn allzu schnell entsteht ein stilloses Kunterbunt. Teppiche sind in dieser Beziehung in der Regel weniger heikel: Im Essbereich finden sich an der Wand, auf dem Boden auf Tisch, Truhe und Stühlen fünf zum Teil ganz unterschiedliche Textilarten, ohne dass der Gesamteindruck gestört wird.

Auf der Truhe ein Konya Yastik {Zentralanatolien}, auf dem Tisch ein Konya Kelim, an der Wand ein Gebetskelim aus Erzerum (Ostanatolien}, auf dem Boden ein Gabbeh Art {Iran}. Die Kissen auf den Freischwingern sind aus Fragmenten eines Silifke Ala Tschowal und einer Mafrash gefertigt.

Selbst so moderne Stücke wie der Esszimmerteppich oder der Bettvorleger im Schlafraum fügen sich mühelos an traditionelle und antike Arbeiten an, als würden sie deren kontinuierliche Weiterentwicklung dokumentieren. Das Ergänzen und das gelegentliche Neu-Kombinieren gehören zur Leidenschaft des Sammlers. Doch versteht er seine Objekte nicht nur als Dekorations- sondern auch als Gebrauchsgegenstände. So scheut er sich nicht, einen Teppich ins Bad zu legen oder eine Doppeltasche als Wäschesack zu benutzen." Nur so behalten sie auch ihre Lebendigkeit

 

Sämtliche textilen Gegenstände im Schlafzimmer stammen aus südpersischen Gebieten.

Auf dem Boden ein Gabbeh, an der Wand zwei Ala Tschowal

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