Nepal

In Nepal werden erst seit 1959 Teppiche geknüpft – genauer: seit der Besetzung Tibets durch die Chinesen und die damit ausgelöste Flucht des Dalai Lama und der ihn begleitenden Tibeter nach Indien und in den Himalayastaat. Ein Schweizer Hilfswerk nahm sich damals der Flüchtlinge an, und unter der Leitung des engagierten Importeurs Jo Iten-Maritz aus Zürich wurden die Vertriebenen ab 1966 angeleitet, Teppiche nach tibetischer Tradition in herkömmlichen Dessins zu knüpfen. Allerdings entsprachen die Farben und Muster der Teppiche zunächst noch nicht den europäischen Vorstellungen. Durch die starke Ausrichtung auf westliche Einrichtungstrends und eine rückläufige Nachfrage nach klassischen Orientteppichen stieg das Knüpfaufkommen Nepals fast über Nacht auf eine nicht vorhersehbare Marktbedeutung.

Die neu entstandene Teppichart - eine Symbiose aus tibetischer Knüpftradition und westlichen Muster- und Farbvorstellungen - wurde vom Mark begierig aufgenommen.
Nach jahrelangem stetigem Exportwachstum erfolgte ca 1996 ein massiver Einbruch und der Markt hat sich in der Folge auf tieferem Niveau stabilisiert.
Dessin und Charakteristika zeigen ursprüngliche chinesischostasiatische Einflüsse und haben die Flächigkeit der konventionellen China-Knüpfungen übernommen. Die Nepalproduktion ist jedoch derart stark von den hauptsächlich europäischen Auftraggebern beeinflusst, dass man fast von einer Produktion auf verlängertem Werkbank sprechen könnte. Dies ist insbesondere der Fall bei der Herstellung von Teppichen nach Farb- und Musterentwürfen Europäischer und Amerikanischer Designer – jedes gewünschte Dessin wird umgesetzt.

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